Unterwegs mit dem Landarzt

Im Gespräch mit Dr. Bernhard Lenhard und Dr. Barbara Römer (Bild: Landesärztekammer Rheinland-Pfalz)

Im Gespräch mit Dr. Bernhard Lenhard und Dr. Barbara Römer (Bild: Landesärztekammer Rheinland-Pfalz)

Auf Anregung der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz habe ich am 17. Juni 2013 einen Vormittag lang das Geschehen in der Hausarztpraxis von Dr. Bernhard Lenhard und Dr. Barbara Römer in Saulheim miterlebt. Wichtigstes Thema meines Besuchs war die hausärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten.

Kaum war ich in der Praxis angekommen, ging es auch schon gleich los zu einem akuten Notfall bei einer älteren Dame. Sie wird zu Hause gepflegt und hatte eine Lungenentzündung und eine Thrombose im Bein. Dr. Lenhard konnte sie aber zu Hause so behandeln, dass sie nicht ins Krankenhaus musste. Da ist mir wieder besonders deutlich geworden, wie viel Hausärzte bei Hausbesuchen eigentlich leisten können – wenn sie denn die Zeit dazu haben.

Wenn ein Allgemeinmediziner in Rente geht, ist die Nachbesetzung dieser Stelle häufig ein Problem, selbst im direkten Umland von größeren Städten wie Mainz. Dort mussten in der letzten Zeit drei Praxen schließen, weil kein Nachfolger gefunden wurde. Davon sind also nicht nur – wie man es vielleicht erwarten würde – ländliche Regionen, sondern auch Städte stark betroffen. Darüber habe ich auch mit einem jungen Mediziner aus Kaiserslautern gesprochen, der gerade sein Praktisches Jahr im DRK Krankenhaus Alzey absolviert, das mit der Praxis von Dr. Lenhard und Dr. Römer zusammenarbeitet. Aus seinem Jahrgang mit 300 PJlern wollen nur neun Allgemeinmediziner werden. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden und junge Menschen müssen ermutigt werden, als Hausarzt zu arbeiten, sonst ist eine hausärztliche Versorgung in Zukunft nicht mehr gewährleistet.

Darum hat die christlich-liberale Koalition Ende 2011 das Versorgungsstrukturgesetz erlassen, das unter anderem die Grundlage für bessere Rahmenbedingungen für Landärzte schafft. Die Residenzpflicht wurde abgeschafft, so dass die Ärzte nicht mehr am Ort der Praxis wohnen müssen. Darüber hinaus werden sie bei der Honorarabrechnung insofern bevorzugt, als dass jede zusätzliche Leistung auch voll vergütet wird. Zusätzlich können weitere Zuschläge mit den Krankenkassen vereinbart werden und Telemedizin wird gefördert. Mit diesem und weiteren Maßnahmen wird eine Tätigkeit als Arzt in strukturschwachen Regionen attraktiver gestaltet.

Bei meinem anschließenden Gespräch mit Patienten im Wartezimmer ging es neben vielen rheinhessischen Themen natürlich auch um die Abschaffung der Praxisgebühr. Viele haben sich bei mir dafür bedankt, dass die FDP sich für die Abschaffung eingesetzt und sie durchgesetzt hat. Und auch für die Ärzte bedeutet die Abschaffung eine Entlastung, weil dadurch viel bürokratischer Aufwand wegfällt.

Der Tag in der Praxis war alles in allem spannend und hat mir viele neue Einblicke gewährt.
Informationen zum Versorgungsstrukturgesetz gibt es hier:
http://www.bmg.bund.de/krankenversicherung/gkv-versorgungsstrukturgesetz/fragen-antworten.html

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