Mein Besuch der gamescom 2011 – Innovationen, Jugendschutz und Riesenandrang

+++Donnerstag, 18.08.2011. 11:00 Uhr – Fachgespräch über Jugendschutz+++

Mit der Bahn erreiche ich die Köln. Für mich beginnt ein spannender Tag auf der größten europäischen Computerspielmesse. Los geht es mit einem Treffen bei der FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM). Otto Vollmers, einer der Geschäftsführer, stellt mir das neue Jugendschutzportal fürs Internet vor. Dort kann man Internetseiten oder Teile von Netzauftritten nach ihrer Altersfreigabe einstufen lassen. Die Informationen werden dann an eine Software geliefert, die dann entsprechend auf einzelnen Computern die Seiten sperrt oder freigibt. Ich teste das Portal für meine eigene Internetseite und staune nicht schlecht: Altersempfehlung ab sechs Jahren!  Portal und Software sind eine sehr gute Idee. Seitenbetreibern erlaubt sie Inhalte gezielt und schnell zu bewerten und im Einklang mit dem Jugendschutz bereit zu stellen. Eltern wiederum haben die Möglichkeit zu kontrollieren, welche Inhalte ihre  Kinder sehen können. Der gescheiterte Jugendmedienschutzstaatsvertag war auch ein Thema. Es wird immer häufiger gefragt, ob ein Staatsvertrag der Länder für den Jugendschutz – noch dazu für globale Medien wie das Internet – überhaupt ein geeignetes Mittel darstellt.

+++13:32 Uhr – Computerspielwettberbe: Treffen mit der Electronic Sports League und Turtle Entertainment+++

Nach einer kurzen Mittagspause und einem Sprint durch die große Messehalle 9 komme ich beim Großstand der ESL (Electronic Sports League) an. Einmal mehr wird mir eindrucksvoll vorgeführt, dass eSports (Computerspielwettbewerbe) nicht nur die Freizeitbeschäftigung für einige Jugendliche sind. Es handelt sich immer häufiger um professionelle Sportveranstaltungen mit hohen Preisgeldern, die an zigtausend Zuschauer live ins Internet übertragen werden. Geschäftsführer von ESL und Turtle Entertainment, Heinrich Zetlmayer, zeigt mir die Technik, die hinter der Übertragung von ESL Spielen steht. Mehrere Kamerateams, professionelle Moderatoren und ein eigener Übertragungswagen senden heute von der gamescom Autorennen und andere Computerspiele. Auch hier ist der Jugendschutz ein großes Thema. Mir wird erläutert, wie die ESL versucht, angemessenen Jugendschutz für ihre internationale Spielerschaft sicherzustellen – vom Freizeit- und Amateurbereich bis hoch auf die Profi-Ebene. Leider komme ich nicht mehr dazu, gegen einen Profispieler anzutreten. Der  Zeitplan ist sehr eng getaktet und ich muss weiter zum g.a.m.e. Bundesverband.

+++14:17 Uhr – Stand des g.a.m.e. Bundesverbands: Werdegang eines Computerspiels+++

Es geht zurück zur Halle 4. Der Andrang ist gewaltig. Und durch das Gewusel in den Gängen ist stellenweise kein Durchkommen mehr. Mittlerweile haben sich vor einigen Messeständen riesige Schlangen gebildet. Die Wartezeit für einzelne Spieletitel soll bis zu drei Stunden betragen. Anstellen ist für mich da nicht drin. Am Stand des g.a.m.e. Bundesverbandes treffe ich meinen Unionskollegen Thomas Jarzombek, mit dem ich zusammen über die Messe geführt werde. Wir bekommen einmal den kompletten Werdegang eines Computerspiels vorgeführt. Von der Entwicklung der Engine, die die Spielumgebung auf dem Computer simuliert, bis hin zum Vertrieb und Verkauf. Besonders beeindruckend finde ich, dass Deutschland bei der Entwicklung von Spieleumgebungen mittlerweile auf dem Weltmarkt mit führend ist.

+++17:02 Uhr – Besuch des amerikanischen Spielepublishers  THQ+++

Nachdem mir der g.a.m.e. Bundesverband dargestellt hat, wie sich die deutsche Computerspielindustrie entwickelt , möchte ich jetzt sehen, was die ausländischen Wettbewerber anstellen. Am Stand des amerikanischen Spielepublishers und Entwicklers THQ angekommen, geht es direkt um die Situation des Unternehmens und die zentralen Herausforderungen durch das Internet, vor denen der Publisher in Deutschland steht. Auch hier ist das Thema Jugendschutz im europäischen und im digitalen Kontext ein zentrales Diskussionsthema.

+++ 18:10 Uhr – Riesenandrang am ersten Messetag+++

Der erste Messetag geht für mich zu Ende. Noch einmal schlendere ich durch einige Messehallen und stelle dabei fest, dass der Andrang immer noch enorm ist. Meine Eindrücke des ersten Tages: die gamescom ist wirklich riesig und mit anderen Messen kaum vergleichbar. Und mir wird wieder klar: Computerspiele bewegen wirklich immer mehr Menschen. Aus unserem Alltag sind sie fast nicht mehr wegzudenken.

+++10:52 Uhr – Messetag 2: Rundgang mit dem Bundesverband der Interaktiven Unterhaltungsindustrie+++

Um 11:00 beginnt der geführte Rundgang mit dem Bundesverband der Interaktiven Unterhaltungsindustrie (BIU). Nachdem ich mich gestern vorrangig um die Rahmenbedingungen für Spiele informiert habe, geht es heute um die games selbst. Ich sehe erste Technologien, die die Steuerung von Computerspielen mit dem ganzen Körper ermöglichen. Für mich im Anzug, wenn auch ohne Krawatte, eine echte Herausforderung. Danach gewinne ich einen kurzen Einblick davon, was an Computerspielen demnächst auf dem Markt erscheinen wird. Für jemanden wie mich, der die Geburtsstunde der Computerspiele wie Pong selbst miterlebt hat, ist es beeindruckend zu sehen, wie sich Spiele und Spielemöglichkeiten entwickelt haben, wie neben Sport- und Flugsimulationen virtuelle Welten geschaffen werden und uns fesseln und unterhalten.

+++13:12 Uhr – Mit dem Zug zurück in den Wahlkreis+++

Um 13.oo war es dann mit dem Rundgang über die Messe leider auch vorbei. Mit dem Zug fahre ich zurück in den Wahlkreis, wo schon die nächsten Termine auf mich warten. Und ich nehme von der diesjährigen gamescom allerhand Eindrücke mit: Computerspiele sind sicher nichts nur für Kinder und Jugendliche, sie stellen vielmehr einen zentralen Wirtschaftsfaktor für Deutschland dar und sind mittlerweile Kulturgut geworden.

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