Facebook: Automatische Gesichtserkennung und wie man sie abstellt

Richard Allan

Richard Allan ist seit 2009 bei Facebook und leitet die Public Policy Abteilung des Unternehmens in Europa. Der Brite war Gast-Dozent am „Oxfort Internet Institut“ und publiziert u. a. zu technologie-politischen- sowie Datenschutz-Themen.

Erst gestern war auf meine Einladung Richard Allan, Director Policy Europe von Facebook, in der Arbeitsgemeinschaft IT und Netzpolitik der FDP-Bundestagsfraktion zu Gast. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Datenschutz im Internet – seien es die wiederholten Pannen bei Sony oder die automatisch gespeicherten Aufenthaltsorte auf dem iPhone – wollte ich diese Sitzung ganz dem immer wieder brennend diskutierten Thema widmen. Auch Facebook ist dabei zurzeit ständig Gegenstand der Diskussion und öffentlichen Wahrnehmung – fast kein Tag vergeht, an dem nicht kritisch über das Soziale Netzwerk geschrieben wird. Eine Frage, die ich gestellt habe, war, ob sich Facebook ein „Verfallsdatum“ für längere Zeit inaktive Profile vorstellen kann. Dazu habe ich auch heute im selben Medium eine Umfrage gestartet.

Umso überraschter bin ich jedoch, heute bei heise.de zu lesen, dass Facebook eine automatische Gesichtserkennung aktiviert hat. Auf die Frage nach solchen Plänen, antwortete Allan in unserem gestrigen Gespräch, dass dies nur mit Einwilligung der Nutzer geschehen solle. Das Problem, das ich bei der jetzigen Umsetzung des neuen Feature sehe ist, dass es per se eingeschaltet ist und potentiell die eigene Privatsphäre gefährden kann. Die automatische Gesichtserkennung funktioniert wie folgt: Wenn Freunde und Bekannte Fotos hochladen und der Facebook-Algorithmus der Meinung ist, eine Person erkannt zu haben, so wird das Freunden und Bekannten mitgeteilt und diese können einen dann eindeutig markieren. Ausschalten kann man dieses Anwendung mit ein paar Klicks unter dem Punkt Privatsphäre-Einstellungen. Hier muss man auf „Benutzerdefinierte Einstellungen“ klicken und auf der folgenden Seite unter „Dinge, die andere Personen teilen“ den Punkt „Freunden Fotos von mir vorschlagen“ und dann „Einstellungen bearbeiten“ wählen. Hier öffnet sich der Einstelldialog, in dem man rechts im Menü von „Aktiviert“ auf „Gesperrt“ umstellen kann.

Advertisements
Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

  • Melanie Hirtner  On 15.11.2011 at 20:05

    wenn diese technik funktionieren soll, dann ist ein deaktivieren reines plazebo, da man ohnehin gescannt wird. ohne scannen kann man ja nicht festellen ob das gesicht gescannt werden darf oder nicht. das ist ungefähr so als würde man sagen „Hubert Müller“ muss der Polizei seinen Ausweis nicht zeigen. Da fragt die Polizei natürlich erstmal ob es sich um Hubert Müller handelt und lässt sich den Ausweis zeigen. „Gut sie sind es sie brauchen uns den Ausweis nicht zu zeigen.“ ist das nicht irgendwie unlogisch? Wie soll diese Technik ohne jedes Bild erst einmal zu scannen sehen wer drauf ist der nicht gescannt werden darf?
    man kann also lediglich in den einstellungen verhindern, dass es an freunde weitergeleitet wird und das konnte man ohnehin schon vorher.

Trackbacks

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: