Monthly Archives: Juni 2011

Denkanstoß: Verfallsdatum für Daten in sozialen Netzwerken?

Warum eigentlich gibt es kein Verfallsdatum für Profile in sozialen Netzwerken? Diese Frage habe ich Richard Allan, Policy Manager bei facebook, bei der letzten Sitzung der Arbeitsgemeinschaft IT und Netzpolitik der FDP-Bundestagsfraktion gestellt. Im Anschluss habe ich diese an ein breiteres Forum gerichtet, hier im Blog und bei facebook selbst. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn Netzwerkbetreiber solche Lösungen freiwillig anbieten würden oder zumindest darüber informierten. Denn was passiert eigentlich mit einem Profil, wenn der Besitzer beispielsweise verstirbt? Lebt die Onlinepräsenz unendlich fort? Eine Frage, die immerhin mehr als 1, 5 Millionen Treffer bei Google erzielt und offensichtlich bewegt. Oder aber, wenn sich der Kontoinhaber über einen längeren Zeitraum – sprechen wir zum Beispiel von einer Dauer von zwei Jahren – nicht mehr eingeloggt hat? In der Offline-Welt werden solche Karteileichen nach einer bestimmten Zeit aussortiert. Warum eigentlich in sozialen Netzwerken nicht? Wenn Profile mit einem Verfallstermin versehen würden, könnte vor Ablauf des Datums der Nutzer eine E-Mail zur Erinnerung bekommen. Und müsste dann überlegen, ob er seine Inhalte weiter im Netz behalten will. Technisch wäre dies auf jeden Fall machbar. Meine kleine, natürlich nicht repräsentative Umfrage zeigt, dass sich von den rund 60 Teilnehmern am heutigen Tage immerhin 65 Prozent der Gefragten vorstellen könnten, dass ihr Profil nach einer längeren Zeit der Inaktivität – mit vorheriger Benachrichtigung – gelöscht werden könnte. Die von einigen mit Augenzwinkern gewählte Antwort „42“ – das kürzeste und bekannteste Zitat aus dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ – kann es jedenfalls nicht sein.

//vernetzt + liberal// – Unterwegs: Vorstellungsrede auf dem FDP Bundesparteitag

In meiner Arbeit als Netzpolitiker der FDP-Bundestagsfraktion möchte ich Neue Medien auch konsequent in meine Arbeit einzubeziehen. „Think social“, dieses Motto versuche ich täglich umzusetzen. Per twitter und facebook informiere ich meine follower und Freunde über aktuelle Entwicklungen meiner Politikbereiche, nehme selber Anregungen auf und beantworte direkte Fragen an mich. Zudem finden Themen auf meiner Website Platz – auf meinem Blog hingegen kann ich auch über Fachthemen schreiben, dieses Medium gibt mir die Möglichkeit aber auch die Freiheit dazu, meine – manchmal auch noch nicht abgestimmte – Meinung zu formulieren. Neu ist, das ich eine weitere Zielgruppe auch über bewegte Bilder erreichen möchte. Dazu habe ich die Reihe //vernetzt + liberal// gestartet, in der ich entweder aktuelle Themen unter 3Fragen@ManuelHöferlin aufgreife oder von „Unterwegs“ berichte.

Auch Sie können Ideengeber einer der nächsten Folgen sein, schreiben Sie mir an manuel.hoeferlin@bundestag.de !

Facebook: Automatische Gesichtserkennung und wie man sie abstellt

Richard Allan

Richard Allan ist seit 2009 bei Facebook und leitet die Public Policy Abteilung des Unternehmens in Europa. Der Brite war Gast-Dozent am „Oxfort Internet Institut“ und publiziert u. a. zu technologie-politischen- sowie Datenschutz-Themen.

Erst gestern war auf meine Einladung Richard Allan, Director Policy Europe von Facebook, in der Arbeitsgemeinschaft IT und Netzpolitik der FDP-Bundestagsfraktion zu Gast. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Datenschutz im Internet – seien es die wiederholten Pannen bei Sony oder die automatisch gespeicherten Aufenthaltsorte auf dem iPhone – wollte ich diese Sitzung ganz dem immer wieder brennend diskutierten Thema widmen. Auch Facebook ist dabei zurzeit ständig Gegenstand der Diskussion und öffentlichen Wahrnehmung – fast kein Tag vergeht, an dem nicht kritisch über das Soziale Netzwerk geschrieben wird. Eine Frage, die ich gestellt habe, war, ob sich Facebook ein „Verfallsdatum“ für längere Zeit inaktive Profile vorstellen kann. Dazu habe ich auch heute im selben Medium eine Umfrage gestartet.

Umso überraschter bin ich jedoch, heute bei heise.de zu lesen, dass Facebook eine automatische Gesichtserkennung aktiviert hat. Auf die Frage nach solchen Plänen, antwortete Allan in unserem gestrigen Gespräch, dass dies nur mit Einwilligung der Nutzer geschehen solle. Das Problem, das ich bei der jetzigen Umsetzung des neuen Feature sehe ist, dass es per se eingeschaltet ist und potentiell die eigene Privatsphäre gefährden kann. Die automatische Gesichtserkennung funktioniert wie folgt: Wenn Freunde und Bekannte Fotos hochladen und der Facebook-Algorithmus der Meinung ist, eine Person erkannt zu haben, so wird das Freunden und Bekannten mitgeteilt und diese können einen dann eindeutig markieren. Ausschalten kann man dieses Anwendung mit ein paar Klicks unter dem Punkt Privatsphäre-Einstellungen. Hier muss man auf „Benutzerdefinierte Einstellungen“ klicken und auf der folgenden Seite unter „Dinge, die andere Personen teilen“ den Punkt „Freunden Fotos von mir vorschlagen“ und dann „Einstellungen bearbeiten“ wählen. Hier öffnet sich der Einstelldialog, in dem man rechts im Menü von „Aktiviert“ auf „Gesperrt“ umstellen kann.

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